Windenergie im Höhenkirchner Forst

Aktuelles

Die Aufgabe

Klimaschutz geht uns alle an – weil jeder vom Klimawandel betroffen ist und zukünftig noch stärker betroffen sein wird. Jeder muss deshalb seinen Beitrag leisten, damit klimaschädliche Emissionen reduziert werden. Nur so kann der Klimawandel gestoppt oder zumindest verlangsamt werden. Entscheidend ist aber auch, wo und wie unsere Energie erzeugt wird. Das kann und darf nicht „irgendwo" geschehen, sondern muss vor Ort in unseren Gemeinden passieren.
 
Der Landkreis Ebersberg hat bereits 2006 beschlossen, dass er bis zum Jahr 2030 frei von fossilen und anderen endlichen Energieträgern sein möchte. Auch der Landkreis München übernimmt mit seiner 29++ Klima. Energie. Initiative. gemeinsam mit seinen 29 Städten und Gemeinden aktiv Verantwortung für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen und treibt die Energiewende im lokalen Bereich voran. 
 
Die dringend notwendige Energiewende kann nur gelingen, wenn alle verfügbaren Ressourcen im Bereich Erneuerbare Energien genutzt werden. Deshalb genügt es nicht, Offshore-Windparks in der Nordsee zu fordern. Auch hier bei uns im Süden macht die Windenergie Sinn. Es gibt viele Standorte, die sich gut dafür eignen und raumverträglich sind. Solche Standorte könnten sich auch im Hofoldinger und Höhenkirchener Forst befinden. Daher laufen momentan die Untersuchungen, ob eine Nutzung der Windenergie dort ökonomisch, ökologisch und planerisch sinnvoll ist.

Die ARGE

Windenergie-Anlagen sind weithin sichtbar, auch über die Gemeindegrenzen hinweg. Um ein Windenergie-Projekt möglichst raumverträglich und unter Wahrung der Interessen der einheimischen Bevölkerung zu prüfen, haben sich die drei Gemeinden Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Egmating und Oberpframmern sowie die Landkreise Ebersberg und München dazu entschlossen, das Projekt Windenergie im Höhenkirchner Forst in interkommunaler Zusammenarbeit zu entwickeln. Aus diesem Grund haben sich die Beteiligten Ende 2019 zu einer „Arbeitsgemeinschaft Windenergie Höhenkirchner Forst" (ARGE) zusammengeschlossen. Den Vorsitz der ARGE hat die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn inne. 

Die drei Nachbargemeinden Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Egmating und Oberpframmern sowie die beiden Landkreise München und Ebersberg möchten die Planungen zur Umsetzung von Windenergieanlagen auch und insbesondere vor dem Hintergrund gemeinsam vorantreiben, dass die Anlagenstandorte zwar rein auf Höhenkirchner Flur liegen, aber dennoch deutliche Implikationen auf die beiden Gemeinden im Nachbarlandkreis haben werden – sowohl in Bezug auf die Sichtbarkeit durch die Lage an der Landkreis-/Gemeindegrenze als auch durch die Begrenzung der eigenen Wind-Ausbaumöglichkeiten. In enger gemeinsamer Abstimmung sollen daher neben standortbezogenen Machbarkeitsuntersuchungen auch die weiteren Planungen und darüber hinaus – im Falle der Realisierung von Windenergieanlagen – auch die gleichberechtigtefinanziellen Beteiligungsmöglichkeiten durch die anliegenden Kommunen und deren Bürgerinnen und Bürger verfolgt werden. 

Ziel der ARGE ist es den Planvollzug so zu steuern, dass die Bevölkerung vor Beeinträchtigungen geschützt, das charakteristische Landschaftsbild sowie Flora und Fauna erhalten und eine hohe regionale Wertschöpfung erreicht wird.

Erste Voruntersuchungen haben einen wahrscheinlich wirtschaftlichen Betrieb bestätigt. Für die detaillierten Standortuntersuchungen hinsichtlich des Windaufkommens, Natur- und Immissionsschutzes verständigen sich die Kommunen auf gemeinsame Planung nach städtebaulichen Kriterien, um die oben genannten Ziele zu verwirklichen. 

Der ARGE ist bewusst, dass angesichts der immer dringlicher werdenden Klimaproblematik und des beschlossenen Atom- und Kohleausstiegs die wenigen für Windkraft zur Verfügung stehenden Flächen immer begehrter werden – vor allem auch bei privaten Investoren. Um das Wohl der Kommunen, die Flora und Fauna im Höhenkirchner Forst und die Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu schützen, hat sich die ARGE dazu entschieden, selber Einfluss auf die Planung zu nehmen und die Prüfung eines Windenergieprojekts zunächst in eigener Zuständigkeit zu behalten.
 
Eine abschließende Entscheidung, ob im Höhenkirchner Forst Windräder entstehen sollen, ist bisher nicht gefallen.
 
Hierfür müssen noch wesentliche Informationen zur Windhöffigkeit erhoben und eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung durchgeführt werden.
Unterzeichnung des Standortsicherungsvertrages
v.l.: Norbert Neugebauer, Christoph Göbel, Ursula Mayer, Andreas Lutz, Ernst Eberherr

Der Standort

Die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn liegt ca. 17 km südöstlich von München. Der kreisrunde Gürtel des Höhenkirchner Forstes umschließt die Gemeinde fast vollständig. Der Höhenkirchner Forst wird durchzogen von der Landkreisgrenze von München und Ebersberg. Die Gemeinde Oberpframmern und Egmating grenzen östlich des Forstes an.
 
Eine Hochspannungsleitung verläuft durch das Gebiet in nord-südlicher Richtung. Die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn verfügt über per Flächennutzungsplanung ausgewiesene Wind-Konzentrationsflächen, die insbesondere an die Gemeindegrenzen zu Egmating und Oberpframmern (beide Landkreis Ebersberg) heranreichen. Die Bebauung der Höhenkirchner Konzentrationsflächen mit Windenergieanlagen bewirkt aufgrund erforderlicher Anlagenabstände („Windklau") gleichzeitig den Verzicht auf Anlagen auf eigenen Gemeindeflächen in Egmating und Oberpframmern. Darüber hinaus sind die flächenmäßigen Möglichkeiten in Egmating und Oberpframmern wegen der bayerischen 10 H-Regelung deutlich eingeschränkt bzw. wird der Verwaltungsaufwand zur Durchführung einer kommunalen Bauleitplanung gemäß Art. 82 BayBO als vergleichsweise hoch eingeschätzt.

Auf drei Standorten in den Konzentrationsflächen und außerhalb des 10H-Bereichs könnte nach den ersten Einschätzungen jeweils eine Windenergieanlage errichtet werden. Die potenziellen Standorte halten Abstände von ca. 2000 Meter zu den geschlossenen Ortschaften und mind. 800 Meter zu Gebäuden im Außenbereich und Einzelgehöfte ein. Durch die bereits vorhandene gute Erschließung des Gebiets mit Forstwegen könnten die Baumaßnahmen besonders umweltverträglich durchgeführt werden. Zudem gibt es bereits jetzt viele Freiflächen, an denen nach Windbruch und Borkenkäfer-Befall schon viele Bäume gefällt wurden und somit für potentielle Bauflächen relativ wenig Rodung vorgenommen werden müsste.
 
Die erforderlichen Eingriffe lassen sich daher auf ein Minimum reduzieren, sodass der Flächenbedarf je Windenergieanlage voraussichtlich bei nur 2.500 m² liegen wird (der durchschnittliche Flächenbedarf einer Windenergieanlage liegt mit rund 3.750 m² bei etwa der Hälfte eines Fußballfeldes).  

Noch dazu steht in jedem Falle fest: Durch die Errichtung von Windenergieanlagen im Höhenkirchner Forst wird sich die Waldfläche nicht verringern. Der Höhenkirchner Forst ist als Bannwald ausgewiesen. Das bedeutet, dass jede aus der Waldnutzung fallende Fläche in unmittelbarer räumlicher Nähe zum Forst durch Wiederaufforstung nicht bewaldeter Flächen ausgeglichen werden muss. Klar ist, dass die Aufforstung höchsten Anforderungen an die Qualität der Kompensation z.B. hinsichtlich der Baumartenzusammensetzung oder der Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel genügen wird. Der Forst hat dadurch die Chance sich nachhaltig gesund zu entwickeln.
*Abstände von 2000 Meter zu den geschlossenen Ortschaften und mind. 800 Meter zu Gebäuden im Außenbereich und Einzelgehöfte
Quelle für die Hintergrundkarte ist die bayerische Vermessungsverwaltung

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 Alle Daten und Fakten zur Windenergie finden Sie auch nochmal kompakt in unserem Faktenpapier zusammengefasst.

Weitere Projekte in den Landkreisen Ebersberg und München 

Neben dem Höhenkirchner Forst gibt es auch eine Projektidee im Hofoldinger Forst. Alle Informationen zum Planungsstand dort finden Sie hier.

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Für Ihre Fragen und Anliegen rund um das Thema Windenergie und das mögliche Projekt im Höhenkirchner Forst steht Ihnen die Servicestelle Wind der Energieagentur Ebersberg-München gGmbH jederzeit gerne zur Verfügung.

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